Black & White 2
Mittwoch, 12.10.05 - 17:50 von
Max K.
// Test
Entwickler Lionhead lässt Euch zum 2. Mal in die Rolle von Gott
schlüpfen, die aber nicht nur angenehme Seiten hat, sondern auch
einiges an Aufgaben und Pflichten mit sich bringt. Denn in die Haut
eines höheren Wesens gesteckt, müsst Ihr Euch auch darum
sorgen, dass es Eurer Glaubensgemeinschaft gut geht und dass sie nicht
von anderen weltlichen Mitstreitern überrant wird. Oder Ihr
unterwerft sie von Anfang an und lasst sie wie Knechte für Euch
schuften. In Black & White 2 habt nämlich
Ihr die Wahl zwischen Gut und Böse, zwischen Schwarz und Weiss.
Vor etwa drei Jahren war Black & White noch eine
Innovation im RTS-Genre und durch den Erfolg ermutigt, begann das Team
um Peter Molyneux im Februar 2002, also einen Monat nach dem
Add-On Creature Isle, die Entwicklung des zweiten
Teils. Doch wie Innovativ ist der Nachfolger heute noch und ist er,
angesichts der großkalibrigen Konkurrenz names Rome:
Total War oder Age of Empires III,
überhaupt noch konkurrenzfähig? Um diese Fragen zu
klären haben wir das Spiel für Euch auf Herz und Nieren
getestet.
Entwickler:
Lionhead
Publisher:
Electronic Arts
Genre:
Strategie
Termin:
13. Oktober 2005
Preis:
ca. 45 Euro
Anspruch:
Anfänger
Mulitplayer:
k.A.
Hardware:
1.6 GHz, 512 Megabyte RAM,
64MB Grafikkarte, Windows XP
Galerie:
k.A.
Sobald Ihr Euch für eine Kreatur entschieden habt, müsst Ihr
diese auch nach Euren Vorstellungen erziehen! Wollt Ihr ein guter Gott
sein, zu dem seine Untertanen mit freudestrahlenden Gesichtern
aufblicken, so solltet Ihr dem Tierchen deutlich machen, dass er die
Bürger Eurer Stadt nicht als Snack betrachten darf und dass sie
es garnicht gerne haben, wenn man sein Geschäft über Ihren
Köpfen verrichtet. Wollt Ihr aber eine Schreckensherrschaft
aufziehen, unter der jeder zum Lachen in den Keller gehen muss, so
sind solche Methoden genau das richtige um Euren Gefolgsleuten Angst
und Schrecken einzujagen.
Eure Kreatur kann natürlich noch mehr. Ihr könnt ihn
beziehungsweise es dafür benutzen Rohstoffe zu sammeln oder die
Gefolgschaft zu unterhalten. Wenn Ihr wollt könnt Ihr ihn aber
auch zur mächtigen Kampfmaschiene machen. Ein Klick genügt
und Euer Herold verhält sich seinen Aufgaben entsprechend. Aber
auch körperlich ist Euer Maskottchen formbar. Am Anfang
"nur" um die fünf Meter groß, entwickelt er sich
mit der Zeit zu einem Ungetier von mehr als zehn Metern. Lasst Ihr ihn
oft mit Baumstämmen trainieren, kommen auch noch rießiege
Muskelberge hinzu.
Auf zu neuen Ufern
Wie bereits erwähnt, kennt man den Ablauf der Missionen im Groben
von ~90% aller anderen Echtzeitstrategie-Spiele. Ihr baut Häuser,
legt Plantagen an und führt Eure Soldaten in den Krieg. Doch in
Lionheads neustem Titel könnt Ihr zum Beispiel auch
Gebäude zu Eurer Verehrung erbauen oder erbauen lassen, denn da
Ihr Gott seid, könnt Ihr auch selber in die weltlichen
Geschehnisse eingreifen und beispielsweise Euch selber einen Tempel
errichten oder mit Eurer göttlichen Hand Gegnerschaaren in die
Flucht schlagen. Außer dass sie nett aussehen, haben solche
Gebäude aber durchaus auch einen praktischen Nutzen. Denn Eure
Gefolgsleute wohnen gerne in der Nähe solcher Einrichtungen. Baut
Ihr also Häuser in der Nähe von Tempeln, Tavernen oder
Amphitheathern, steigert das deren Laune deutlich und sie werden
produktiver, beziehungsweise bleiben bei Euch.
Womit wir auch schon beim Gut/Böse-Prinzip wären. Eure
Gesinnung und Euer Handeln wirkt sich nämlich nicht nur auf Euren
eigenen Stamm aus, nein auch andere Völker, die die Karte
besiedeln bekommen Wind von der Situation in Eurer Stadt. Habt Ihr
einmal eine florierende Kleinstadt aufgebaut, die nur von
fröhlichen Bewohnern bewohnt wird, so werden andere gerne zu Euch
übersiedeln. Wenn Ihr genug Eindruck schindet, die oben
erwähnten Gebäude, wie Tempel oder Theater, steigern diesen
Wert noch, könnt Ihr so alle Völker auf der Map von Eurem
Lebensstil überzeugen und auf diese Weise die Karte gewinnen.
Andererseit könnt Ihr Euch auch eine große Armee aufstellen
und alle Dörfer erobern und deren Streitkräfte
niedermetzeln. Es ist ganz Euch überlassen, doch wird Euer Volk
eher zu Euch auffschauen, wenn Ihr den ersten Weg einschlagt.
... und es ward Licht
Bei Grafik und Sound hat das Team, rund um Entwickler-Legende Peter
Molyneux, mal wieder ganze Arbeit geleistet. Klar ein
Strategiespiel kann nicht 100%ig aussehen wie ein vor Normal- und
Bumpmaps strotzender Ego-Shooter, doch sind alle Objekte in
Black & White 2 liebevoll und extrem detailreich
gestaltet worden. Man erkennt sofort, dass Häuser, Tempel und
auch Spielfiguren dem alten Griechenland angelehnt sind. Besonders
nett ist, dass sich das Aussehen Eurer Stadt je nach Eurer
Herrschaftsmethode verändert.
Seid Ihr gütig zu Euren Untertanen, so wachsen auf deren
Häusern Efeuranken und Springbrunnen erfreuen Euer Auge. Eure
Stadt sieht gleich viel einladender und lebendiger aus. Regiert Ihr
aber mit eiserner Hand und verteilt, zur Abschreckung Folterwerkzeuge
über Eure Ländereien, so werden Eure Gebite austrocknen und
der Boden sich schwarz färben. Die Häuser werden nicht von
Pflanzen bewachsen, sondern von diabolischem Fackellicht erleuchtet
sein. Klangtechnisch ist die Umwelt sanft, aber ausdrucksstark belebt
worden. Griechisch angehauchte Klänge umschmeicheln Euer Ohr,
bis, ja bis Ihr in die Schlacht zieht. Dann nämlich sind nur noch
das Gebrüll Eurer Kreatur und die Kampfschreie Eurer Legionen zu
vernehmen.
Abseits des Pfades
Abgesehen von Eurer Hauptaufgabe (die Insel auf der Ihr Euch gerade
befindet erobern) könnt Ihr auch nebenbei ein Paar andere Dinge
machen. Denn auf den Karten sind so genannte Schriftrollen verteilt,
die Euch, wenn Ihr sie anklickt, eine mehr oder weniger schwere
Aufgabe stellen. Seltsam ist allerdings, das Aufgaben bei denen der
Weg zum Ziel buchstäblich auf der Hand liegt, teilweise sehr
ausführlich erklärt werden, das Spiel Euch aber bei
schwereren Aufgaben manchmal total alleine lässt. Als Beispiel
für diese Nebenmissionen wären unter anderem drei nordische
Brüder, die Whisky zu brauen versuchen. Ihr Problem: Sie wohnen
auf drei unterschiedlichen Inselchen. Ihr müsst nun das Fass in
Eure göttlichen Fänge nehmen und es von Insel zu Insel
schleudern. Was hier ganz einfach klingt, fordert in der Praxis doch
einiges an Fingerspitzengefühl.
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