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El Matador
Dienstag, 08.08.06 - 08:26 von Max K. // Vorschau

Obwohl wir eigentlich unter hochsommerlichen Temperaturen leiden sollten, dominieren in einigen Teilen Deutschlands schon wieder Regenwolken und wenig jahreszeitgemäße Temperaturen und wenn die Stimmung weder am Badesee noch im Freibad hitzig ist, dann wird es auch im August mal wieder Zeit für einen deftigen Actionkracher. Mit El Matador will uns Frogster Interactive, in Zusammenarbeit mit Plastic Reality Technologies, genau das bieten. Obwohl es bis zur Veröffentlichung noch ein bisschen dauert, hatten wir trotzdem schonmal die Möglichkeit den rasanten Anti-Drogen-Kampf anzutesten. Wie sich der Titel in seinem jetzigen Stadium spielt und ob sich das Warten lohnen wird, erfahrt Ihr in unserer Vorschau.




Zwei Finger für ein Halleluja
In El Matador spielt Ihr einen, zunächst namenlosen, Helden, der mit seiner schweigsamen Art mehr durch Taten als durch Worte von sich Reden macht. Nachdem die südamerikanische Abteilung der DEA (Drug Enforcement Administration), der amerikanischen Behörde zur Koordinierung des Anti-Drogen Kampfes, in einem brutalen Überfall komplett ausgelöscht wird, liegt es an Euch die operierenden Drogenkartelle möglichst schnell zu zerschlagen, die Überflutung Amerikas mit Drogen zu verhindern und Eure gefallenen Kameraden zu rächen. Unterstüzung bekommt Ihr dabei höchstens in Form von Euch zugespielten Informationen, denn auf dem Schlachtfeld seid Ihr zwar öfters auch von gleichgesinnten Soldaten umgeben, doch sind diese meist nicht von übermäßig großem Nutzen.

Um der skrupellosen Drogenmafia ein Schnippchen zu schlagen stehen Euch natürliche zahlreiche Waffen zur Verfügung. Von Pistolen über Sturmgewehre bis hin zu mächtigen Scharfschützengewehren, dürft Ihr alles verwenden, was Euch in die Hände fällt. Leider sehen das Eure Gegner genauso und decken Euch am laufenden Band mit Salven aus Maschinenpistolen, Schrotflinten und im Notfall auch Raketenwerfern ein. Bei einer solchen Überzahl von Gegnern, die durch jegliche Level hindurch nicht absinkt, ist es nur gut, dass Euch eine Art Bullet-Time-Effekt, wie aus der Max Payne-Serie bekannt, zur Verfügung steht. Auf Knopfdruck verlangsamt sich der Spielablauf und Ihr erlangt dadurch, zumindest in der Theorie, einen enormen Vorteil. In der Praxis gestalltet sich das aber so, dass Ihr und Eure Gegner zu gleichen Teilen verlangsamt werdet und Eure Position nicht verbessert wird. Auch ist die Zeit die Ihr in diesem Modus verbringen könnt sehr begrenzt und der Bullet-Time Balken lädt sich nur sehr langsam wieder auf.

Subtropisches Klima
Überraschender Weise ist es den relativ unbekannten Jungs von Plastic Reality Technologies gelungen eine wirklich überzeugende Optik zu gestallten, die auch die Augen extremer Grafikfetischisten aufleuchten lässt. Im lateinamerikanischen Dschungel wuchern die Ranken und Bäume nur so umher und versperren Euch die Sicht auf die heranpreschenden Gegner. Diese können sich im Dickicht natürlich klasse verstecken und schicken Euch tatsächlich durch die sprichwörtliche "Grüne Hölle". In einem anderen Level müsst Ihr Euch durch ein kleines kolumbianisches Dorf kämpfen, das sich fest in der Hand der Drogenbarone befindet. Und Alles sieht genau wie bei namenhaften Drogenfilmen wie "Das Kartell" aus. Schlecht verputzte Häuser, Wellblechdächer und dreckige Wäsche hängt vor den Fenstern. Genauso gut wie die optische Präsentation ist dem Team um El Matador auch die physikalische gelungen. Gegenstände explodieren so realistisch wie es heutzutage nur machbar ist und die, sich im Explosionsradius befindlichen, Objekte werden meterweit durch die Luft katapultiert. Da kommt wahrlich Freude am Spielen auf.

In der gegenwertigen Fassung ist das Spiel aufgrund der eben angeführten Punkte kaum spielbar. In den verwinkelten Level, in denen es viele viele dunkle Ecken und Nieschen gibt, lauert beinahe überall ein Gegner und wenn Ihr nur einen falschen Schritt tut, werdet Ihr von drei verschiedenen Seiten von vier verschiedenen Gegnern unter Beschuss genommen. Da wird die Quick Load-Funktion schnell zum besten Freund. Hinzukommt die zur Zeit noch sehr schlechte Performance. Die Bildwiederholungsraten kommen nur selten aus dem Ruckel-Keller herausgekrochen, was den Kampf gegen viele Gegner natürlich nicht erleichtert.

Wenn die Entwickler bis zur Veröffentlich diese Fehler noch beheben steht uns mit El Matador ein echter Hit ins Haus. Denn abgesehen von der Performance und dem Balancing hat das Spiel alles was es dazu braucht: Rasantes Gameplay, schöne Grafik, tolle Physikeffekte und eine Story die zwar niemanden vom Hocker reißt, aber auch keine Gutenachtgeschichte ist.



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